Farbiger Vandalismus beim Bässlergut

gefunden auf barrikade.info:

Liebe Schweiz

Wir wollen dir auf diesem Wege alles nur erdenklich Schlechte zu deinem Geburtstag wünschen, denn dein hässliches Antlitz begegnet uns jeden Tag.

Für den Nationalfeiertag in Basel am 31. Juli haben wir uns gedacht, dir dein widerwärtiges Migrationsregime in Erinnerung zu rufen. Zu seinen Unehren und in Solidarität mit den Eingesperrten des Ausschaffungsknasts Bässlergut haben wir vor Ort einiges an Feuerwerk abgelassen sowie etliche Gruss- und Hassbotschaften an der Baustellenwand für den Erweiterungsbau „Bässlergut 2“ hinterlassen (die Gefangenen seien gegrüsst).

Zumindest wir, zwei dutzend Freund*innen in Feierlaune, hatten unseren Spass; die zu spät anrückenden Bullen wohl eher weniger…

Bis bald!

Die Feiergemeinde

P.S.: Hier noch zwei Fotos:

 

Zur vom Abriss bedrohten Mattenstrasse 74/76

von der Webseite:

Seit über vier Jahren sind unsere Häuser abrissbedroht. Der römisch-katholischen Verein «Vinzenz-Konferenz St. Marien» will die teilweise ortsbildgeschützten Häuser niederreissen, weil eine Renovation angeblich zu teuer sei. Mit einem Neubauprojekt werden die hier lebenden Menschen aus ihrem Lebensraum verdrängt. Wir wehren uns dagegen, dass einerseits das historische Häuserensemble und andererseits kostengünstige Wohnungen sowie ein soziales Wohnprojekt zugunsten eines Neubauprojektes weichen sollen:

„Ein Lebensraum, der über die Jahre im schönen, grünen Innenhof mit seinem historischen Häuserensemble entstanden und auch für das Quartier zu einem Ort der Begegnung geworden ist.“

Da alle bisherigen Versuche, mit dem «Vinzenzverein» zu verhandeln gescheitert sind und sie uns auf Ende Juni gekündigt haben, treten wir hiermit an die Öffentlichkeit: Auf dieser Seite informieren wir euch über unsere Hofgemeinschaft, darüber, wer die Besitzer sind, zeigen ihnen und euch unsere Argumente auf, diskutieren die Aspekte des Denkmalschutzes und die Geschichte der letzten Jahre.

D’Voltahallte blibt dräggig!

via Tageswoche:

IWB fahren mit einem Graffiti-Auftrag gegen die Wand

Mit einem Wandbild des Graffiti-Künstlers Art4000 wollten die IWB wilde Sprayer von der Voltahalle fernhalten. Erreicht haben sie das Gegenteil.

Auf Sprayer üben die Wände der Voltahalle offenbar eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Jedenfalls sind an der Halle, die den Industriellen Werken Basel (IWB) gehören, immer wieder Parolen zu lesen. Die Unbekannten lassen sich von keiner Wandreinigung abhalten. Das Spiel beginnt stets wieder von vorn.

Daher entschieden sich die IWB für eine neue Massnahme. Sie meldeten sich direkt bei einem Berufssprayer, namentlich bei Marc Bellé alias Art4000. Seine Werke sind in Basel nicht unbekannt. Am berühmtesten sind seine illustren Köpfe der Rockgeschichte im Gerbergässlein.

«Das ist unsere Mauer»

Mit einem Auftrag an Art4000 für eine Wandmalerei an der Voltahalle erhofften sich die IWB, unerwünschten Nachtbuben zuvorzukommen. IWB-Sprecher Erik Rummer sagt dazu: «Erfahrungen mit anderen Projekten zeigen, dass die künstlerische Gestaltung von Flächen grossen Respekt geniesst und wildes Sprayen dadurch verhindert wird.»

In diesem Fall kam es anders: Im Mai machte sich Bellé an die Arbeit. Er wollte etwas malen, das zur Gegend passt – und begann mit dem Namensstifter, dem Physiker Alessandro Volta. Weiter kam er nicht: «Gleich am ersten Tag kamen zwei Linksautonome auf mich zu», erzählt Bellé. «Das ist unsere Mauer», sollen sie ihm gesagt haben. Es klang für ihn wie eine Drohung. «Sie sagten mir, ich solle sofort wieder zusammenpacken.»

Laut Bellé wurde sein Gemälde bereits am ersten Abend überschrieben. Als Reaktion wollte er eine Art Kompromiss anbieten und schrieb ein grosses «Peace» daneben an die Wand. Doch auch dieser Schriftzug wurde durchgestrichen.

Ärger über die Veredelung von Streetart

Zu einem ähnlichen Fassaden-Zank ist es in Basel schon mehrere Male gekommen. 2013 etwa, als ein Auftragsgraffiti bei der Dreirosenbrücke übermalt wurde – versehen mit der Nummer der staatlichen «Sauberkeitshotline gegen Schmierereien». Ins gleiche Kapitel gehören auch Malereien an IWB-Traffostationen, die ebenfalls von «wilden» Sprayern heimgesucht wurden.

Die Basler Malerin Ana Vujic kennt diese Auseinandersetzungen an den Wänden. Sie sagt, wenn Sprayer bei der Voltahalle über Streetart schimpfen, sei das nicht als Angriff auf diese Kunstform an sich zu verstehen. «Wahrscheinlich regen sich die Sprayer darüber auf, wenn Streetart als Mittel zum Zweck gebraucht wird.» Aus dem unkontrollierten, selbstautorisierten Sprayen werde so eine «nach den Regeln der Konformität finanzierte Wandmalerei».

Gerade die Voltahalle und das Schulhaus gleich daneben seien schon lange neuralgische Punkte, sagt Vujic. Die politischen Phrasen, die sich besonders gegen Novartis, gegen Quartieraufwertung und gegen die geplante Sanierung an der Mülhauserstrasse 26 richten, seien den Behörden vermutlich ein Dorn im Auge gewesen.

Graffiti als Graffitischutz

Den Hintergrund des Sprayer-Knatsch kennt auch Tommy Tombola, der mit seiner Seite «Wandschmuck» seit Jahren die Basler Graffiti dokumentiert – auch wenn er mit der Voltahalle nichts direkt zu tun hat. «Solche Aufträge stellen in erster Linie einen etwas kreativeren Schutz vor Graffiti dar», sagt er. Und kritisiert: «Wie wertvoll kann eine Kunst sein, wenn sie nur an Orten existieren darf, die ansonsten illegal bemalt werden?»

Graffiti als Graffitischutz – das komme in der Szene nicht gut an. Gleichzeitig bedauert Tombola, dass die Stadt nur selten Wände für unbezahlte Spraykunst freigibt. Eine Ausnahme sei die Schäfermatte in Kleinhüningen. Tombola findet auch die Unterteilung stossend, wonach es bloss verwertbare urbane Kunst gebe und störende «Schmierereien» gebe.

Autorisierte Auftragsarbeiten oder politisch motivierte Piratenaktionen – da prallen zwei verschiedene Verständnisse vom Sprayen aufeinander. Bei der Voltahalle hat die Auseinandersetzung ein vorläufiges Ende genommen: «Das Projekt ist gestrichen», sagt Marc Bellé.

Die IWB bedauern das abrupte Ende des Projekts. Was künftig an der Wand prangen wird, steht in den Sternen: «Derzeit ist noch offen, wie wir mit der Gestaltung dieser Wand fortfahren werden», sagt IWB-Sprecher Rummer.

Das Eigentum regiert!

via Tageswoche:

Wie eine Luzerner Immobilienfirma Basler Mieter «rausekelt»

An der Klybeckstrasse wurde ein Haus verkauft. Das Ziel der neuen Eigentümer scheint klar: Die Mieter sollen raus, die Wohnungen teuer verkauft werden.

Im Treppenhaus bleibt es dunkel. Die Glühbirnen im Erdgeschoss und ersten Stock sind seit Wochen kaputt. Der neue Hauseigentümer an der Klybeckstrasse 170 machte bisher keine Anstalten, die Glühbirnen auszuwechseln.

Für M.N.*, der im Haus wohnt, ist klar: Das ist Schikane der Immro AG, die das Haus im April kaufte. «Der neue Besitzer will uns loswerden.» Das Licht sei nur das i-Tüpfelchen, sagt M.N., der anonym bleiben will, um weiteren Ärger mit dem neuen Hausbesitzer zu vermeiden.

Die Immro AG informierte am 8. Mai alle Mietparteien, dass ein Gerüst aufgebaut werde. Bereits eine Woche später begannen die Handwerker, das Haus einzurüsten. M.N. meint: «Es wird alles dafür gemacht, um es uns ungemütlich zu machen.»

Ungewissheit und leise Botschaften

Erst im April hatte die Firma die Mieterschaft in einem Schreiben darüber informiert, dass umfassende Renovationsarbeiten durchgeführt werden. Deshalb müssten alle Mieter während der Renovation aus ihren Wohnungen.

Weiter heisst es im Schreiben, man würde aufgrund der gegebenen Umstände «selbstverständlich jede, auch ausserterminliche Kündigung, ohne Weiteres akzeptieren».

M.N. versteht das als klare Aufforderung: Ihr könnt gehen. Eine Mieterin, die wir im Treppenhaus treffen, sagt: «Das Schlimmste ist die Ungewissheit, die darüber herrscht, was mit unseren Wohnungen passiert.»

Gerüst ohne Bewilligung

Das Vorgehen der Immro AG vergrault nicht nur die Mieter – es ist auch rechtswidrig. Denn das Mietrecht schreibt vor, dass grössere Umbauarbeiten vier Monate im Voraus angekündigt werden müssen. So haben die Mieter zum Beispiel Zeit, eine neue Wohnung zu suchen, falls sie die Umstände nicht mittragen wollen.

Weil sich die Firma mit Sitz im luzernischen Schötz nicht ans Gesetz hält, haben die Mieter den Basler Mieterverband eingeschaltet. Dieser schrieb sogleich eine Eingabe an die Mietschlichtungsstelle.

Eine Baubewilligung liegt für den Umbau der Liegenschaft bisher noch nicht vor. Dass das Gerüst, das M.N. jetzt die Sicht versperrt, trotzdem schon in dieser Phase aufgestellt wurde, sei ebenfalls Teil der Taktik der Immro AG, findet M.N.

«Man will, dass wir unter diesen Umständen selbst kündigen.» Denn so könne der Eigentümer vermeiden, dass die Bewohner gegen seine Kündigung Einsprache erheben und vor der Schlichtungsstelle eine Fristerstreckung zugesprochen bekämen, mutmasst M.N.

Vorgehen hat System

Auch die Allmendverwaltung wurde vom Gerüstbau überrascht. Man habe erst im Nachhinein davon erfahren, dass ein Gerüst aufgebaut wurde, lässt das Bau- und Verkehrsdepartement verlauten. Dabei ist es auch dort Pflicht, dass das Vorhaben im Vornherein angemeldet werden muss.

Beat Leuthardt vom Basler Mieterverband ist sicher: «Die Immro AG will die dortigen Mieter rausekeln – so funktioniert das Geschäftsmodell dieser Immobilienfirma seit 30 Jahren.»

Die Firma kaufe Häuser, die neu auf den Markt kommen, jage die Mieter regelrecht aus ihren Wohnungen und verkaufe diese dann als Stockwerkeigentum.

Kritik vom Hauseigentümerverband

An der Blauensteinerstrasse im Gundeli war die Firma zuletzt aktiv. Dort begann es wie an der Klybeckstrasse mit der kurzfristigen Ankündigung von Renovationsarbeiten – und endete im Verkauf von Stockwerkeigentum (die TagesWoche berichtete).

Leuthardt sieht wenig Hoffnung, dass die Mieter an der Klybeckstrasse in ihren Wohnungen bleiben dürfen. «Es wäre das erste Mal innerhalb von 30 Jahren, dass die Immro AG ihre Mieterschaft freiwillig behalten würde.»

Auch der Hauseigentümerverband (HEV) hat wenig Freude am Vorgehen der Immro AG. Der HEV-Geschäftsführer und FDP-Grossrat Andreas Zappalà äussert sich dezidiert kritisch zu den kurzfristig angekündigten Bauarbeiten an der Klybeckstrasse: «Wir würden sicherlich nicht zu einem solchen Vorgehen raten.»

Kleiner Trost

Die Unsicherheit und der leichte Druck, der damit auf die Mieterschaft ausgeübt werde, sei «schon fraglich».

Wie die Immro AG ihr Vorgehen erklärt, bleibt offen. Die Firma war für eine Stellungnahme am Freitag nicht erreichbar.

Ein Zeichen kommt doch noch von der Immro AG. Denn als wir das Haus verlassen, ist der neue Hauswart gerade dabei, neue Glühbirnen im Treppenhaus zu installieren. M.N. nimmts als kleinen Trost: «Immerhin etwas.»

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* Name der Redaktion bekannt.

Mülhi 26: Erfolg für Immobas / PKBS

via Tageswoche:

Mieterkonflikt gütlich beigelegt

Die Mieterinnen und Mieter an der Mülhauserstrasse 26 sollen während der Sanierung in eine andere Liegenschaft umziehen. Danach können sie in ihre Wohnungen zurückkehren.

Am Dienstag hat die Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten drei der verbliebenen Mietparteien der Mülhauserstrasse 26 eine Fristerstreckung gewährt. Zwei Tage nach der Schlichtungsverhandlung sei es nun zu einer «gütlichen Einigung» gekommen. Dies teilen der Basler Mieterinnen- und Mieterverband sowie die Immobilien Basel-Stadt (IBS) mit. «Die seit Herbst 2016 geführten offenen Gespräche haben zu einem für alle Beteiligten zufriedenstellenden Resultat geführt», steht im Schreiben der Immobilien Basel-Stadt.

Während der Sanierung, die von September 2017 bis August 2018 dauern soll, ziehen die Mieterinnen und Mieter gemäss dieser Vereinbarung in eine andere Liegenschaft um. Nach Beendigung der Aufwertung sollen sie wieder in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen.

Eine Sanierung der Liegenschaft im bewohnten Zustand hatte Immobilien Basel-Stadt von vornherein ausgeschlossen. Dies sei nicht möglich, da baulich «sehr tief» in die Liegenschaft aus den 1960er-Jahren eingegriffen werden müsse, teilte die IBS nach Bekanntgabe der Massenkündigung im November mit.

Mülhi 26: Teil der Bewohnerschaft kann länger bleiben

via Tageswoche:

Die Senioren erkämpfen sich einen Teilsieg gegen den Kanton

Die Mieter an der Mülhauserstrasse 26 können einmal tief durchatmen: Die Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten hat drei Mietparteien eine Fristerstreckung gewährt.

Die 91-jährige Margrit Benninger darf noch zwei Jahre in der Mülhauserstrasse 26 wohnen bleiben. Mitte März hatte Immobilien Basel-Stadt sämtlichen 22 Mietparteien im Haus die Kündigung per Ende September 2017 ausgestellt. Die Bewohner wehrten sich: Unter Anleitung des Mieterverbandes Basel-Stadt reichten sie zivilrechtliche Klagen gegen die Kündigung ein.

Das Einigungsverfahren vor der Schlichtungsstelle für Mietstreitigkeiten ging am Dienstagmorgen über die Bühne. Nebst Benninger, die noch bis im September 2018 in ihrer Wohnung bleiben darf, sprach sich die Schlichtungskommission für eine einjährige Fristerstreckung zweier anderer Parteien aus. Die Einsprache einer vierten Partei wurde indes aus formellen Gründen abgewiesen.

Ein Rekurs gegen die Baueingabe ist noch hängig

Die Bewohner seien mässig zufrieden mit dem Urteil und würden sich überlegen, es anzufechten, sagt Beat Leuthardt, Leiter des Rechtsdienstes beim Mieterverband. Die Sanierung, der Grund der Kündigung, sei während der Verhandlung überhaupt nicht zur Sprache gekommen. Gegen die Baueingabe – es sollen Wände eingerissen und Toiletten versetzt werden – ist allerdings ein Rekurs hängig.

Für Leuthardt selbst ist es unverständlich, warum man im Falle der Seniorin Benninger nicht den vollen Rahmen – möglich wäre eine Fristerstreckung von vier Jahren – ausgeschöpft hat. «Angesichts der harten Praxis in Basel-Sadt bin ich aber trotzdem glücklich über den Ausgang des Verfahrens», sagt Leuthardt.