Neue Besetzung an der Schlossgasse 12

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Heute, am 10. Mai 2017, genau einen Monat nach der Räumung der Türkheimerstrasse 71-75, wurde das Haus an der Schlossgasse 12 besetzt. Der Eigentümer kaufte das Haus und liess es mehrere Jahre leer stehen. Häuser, die nicht belebt sind, werden auch nicht gepflegt. Ungepflegte Häuser werden früher oder später baufällig und gehen kaputt. Nur eine Belebung der Häuser führt zum Erhalt und zur Pflege der Häuser.

Eine offene Gruppe von Menschen, welche sich gegen die herrschende Stadtentwicklung stellt, ist nun in Aktion getreten!

Wir lehnen jede Art von Spekulation und Luxussanierung aus Profitgier ab! Wir verachten jeglichen Leerstand von Wohn- beziehungsweise Lebensraum!

Wir stellen uns gegen die Verdrängung von uns „kleinen Leuten“ aus der Stadt, durch die Reichen und Herrschenden! Deshalb haben wir uns dieses Haus genommen um es zu beleben und ein Zeichen zu setzten. Ein Zeichen gegen die rot-grüne-Regierung, die lieber mit Spekulanten und Multis Cüplis trinkt, als gegen Spekulation, Leerstand, Aufwertung und daraus folgend Verdrängung aktiv zu werden.

Wir fühlen uns von der pseudo-linken Regierung verarscht und wir sind nicht alleine. Es sind auch die Leute, welche z.B das Spekulationsprojekt an der Türkheimerstrasse 71-75 verhindern wollen. Es sind die MieterInnen, welchen von ihren Pensionskassen am Burgweg sowie an der Mülhauserstrasse 26 vertrieben werden. Es sind die Leute, die versuchen am Steinengraben 30-36 schöne alte Häuser zu erhalten, anstatt einem weiteren Bürokomplex weichen zu müssen. Die Leute an der Mattenstrasse 74 & 76, Hochstrasse 4-10 sowie die anliegenden Häuser der Pfeffinger- und Solothurnerstrasse, welche von Massenkündigungen und Zerstörung ihres Wohnumfeldes betroffen sind.

Es bis du, der/die jeden Tag arbeitet um Miete, Nahrung und Leben bezahlen zu können, jedoch keine Mitbestimmung über Renovationen, Sanierungen und der allgemeinen Stadtentwicklung hat.

Wir haben realisiert, dass wir, wenn wir etwas verändern wollen, nicht auf den Goodwill irgend einer ParlamentarierIn oder Partei hoffen müssen.

Wir haben uns selbstorganisiert und treten damit direkt in den Widerstand zur oben genannten Entwicklung!

Wir setzen nicht nur ein Zeichen gegen die für uns unerträgliche Stadtentwicklung, sondern auch für ein solidarisches Zusammenleben.

Stell dir vor, individuellen Problemen werden kollektive Lösungen entgegen gesetzt!

Kein Bock alleine zu kochen, aber Hunger? Komm wir kochen, essen und waschen zusammen ab. Macht Spass und schmeckt besser!

Stress aufgrund der Schule oder öden Prüfungen? Du kannst Bio, ich Mathe. Lass uns zusammen lernen. Dem Leistungsdruck auf Einzelne setzen wir gegenseitiges und selbstorganisiertes Lernen entgegen!

Lust auf Musik, aber keine Stereoanlage? Komm zu uns, hören wir zusammen Musik, lachen, tanzen und setzen der Tristesse Lebensfreude entgegen!

Kein Geld für eine Wohnung, Mieterhöhung oder von Rauswurf betroffen? Schliessen wir uns zusammen, besetzen die Häuser und verwalten uns selbst!

Kein Bock auf regiert werden, Bullenstress und den ständigen Druck Geld zu verdienen um überleben zu können?

Video: https://vid.me/M7oq

 

NA DANN, AUF ZU NEUEN UFERN! KOMMEN WIR ZUSAMMEN, BEGINNEN

KLEIN UND VERÄNDERN ALLES, WIE WIR ES HABEN WOLLEN!

NICHT WIE WIRTSCHAFT UND POLITIK ES UNS DIKTIEREN!

ES HERRSCHT AUFBRUCHSTIMMUNG!

Jeden Räumung hat ihren Preis: Türki schlägt zurück!

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Über das Osterwochenende gaben wir die Farbe zurück, die man uns aus unserem Leben zu nehmen versucht hatte. Markiert wurde die Briefkastenadresse der Yatu Immobilien AG (Lindenhofstrasse 40), die letzte Woche die Häuser an der Türkheimerstrasse 71-75 räumen liess, die Mauern, die nach der Räumung ohne Baubewilligung vor die Häuser gebaut wurden um die erneute Belebung zu verhindern und das Gelände des ehemaligen Frauenspitals Ecke Schanzenstrasse/Klingelbergstrasse, an dessen Stelle ein Life-Sciences-Campus der ETH Zürich zu stehen kommt, der letzten Sommer die Schanze zum Abriss zwang.

Video (mit Rechtsklick – Abspielen):

Wir lassen uns nicht vertreiben!

Wir setzen uns weiter ein für eine bunte, lebendige Stadt!

„Türki“ geräumt!

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Die Eigentümerin Yatu Immobilien AG hat uns ohne Vorwarnung aus der Türkheimerstrasse 71-75 resp. Schlettstadterstrasse 18 von der Polizei räumen lassen. Anstatt mit uns lösungsorientiert zu kommunizieren, wollte sich die Eigentümerschaft nicht der öffentlichen Aufmerksamkeit stellen. Sie verweigern mit der Räumung und dem unbewilligten Mauerbau jegliche Stellungsnahme der laufenden Kritik.

Die kunterbunte Hausbesetzung musste wie viele andere Projekte der profitorientierten Stadtentwicklung weichen. Antikapitalistische Kritik, egal in welcher Form, wird seit Jahrzehnten als Randphänomen herabgetan. Doch das vermindert nicht unser Streben nach einer anderen Lebensweise mit menschlichen Grundprinzipien wie Solidarität, Freiraum und Selbstbestimmung. Diese Bedürfnisse können weder mit einem Räumungsbefehl verdrängt, mit einer Mauer verbaut, noch von Gesetzen illegalisiert werden.

Unsere Bedürfnisse erläutern wir nun klar für die Öffentlichkeit.

Da sich die Zahl der Menschen auf der Welt stetig erhöht und bezahlbarer Wohnraum in unserer Stadt immer wie mehr verschwindet, werden täglich Leute aus ihrem Umfeld gerissen und auf die Strasse gestellt. Der Grund dafür liegt ganz klar auf der Hand. Unsere Stadtpolitik interessiert sich nur für den Höchstbietenden. Das jetzige Immobiliensystem ist äusserst lukrativ für Menschen und Institutionen, die bereits viel Geld besitzen. Häuser werden wie wild abgerissen, neu gebaut oder totalsaniert, um die höchstmögliche Rendite herauszuholen.

Auf der anderen Seite stehen wir, die BewohnerInnen, welche immer höhere Mieten zu bezahlen haben. In diesem Prozess geht sowohl die Wohn- als auch die Lebensqualität verloren. Denn die Menschen, die diese Stadt ausmachen, müssen weichen und die Höchstzahlenden dürfen ihre Luxuswohnungen geniessen. Doch was passiert dann mit den Menschen, die Tag für Tag arbeiten und keinen bezahlbarem Wohnraum mehr finden? Oder schlimmer noch: Ihr ganzes Leben für die Stadt gearbeitet haben, jetzt von einer mickrigen Pensionskasse leben und genau von dieser rausgeknallt werden, wie das Beispiel an der Mülhauserstrasse 26 aufzeigt. Wir lehnen die Praxis der jetzigen Stadtentwicklung ab.

Wie kann es sein, dass die Regierung zulässt, dass Grosskonzerne und willkürliche Spekulanten unsere Stadt formen, ohne jegliche Rücksicht handeln und keine Perspektiven schaffen. Die bestehende Möglichkeiten, sich gegen solche Vorhaben zu wehren finden auf juristischem Wege statt, doch ohne finanzielle Mittel bleiben einem diese verwehrt.

Deshalb sehen wir auch weiterhin Besetzungen als legitimes Mittel, um dem entgegen zu wirken.

Unsere Wege, Widerstand zu leisten, sind vielfältig.

Wir leben in einer Gesellschaft die darauf ausgelegt ist, dass das Individuum nach der maximalen Umsetzung seiner Interessen strebt. Dabei ist das Problem, dass Interessen von den Reichen und Unternehmen höher gewichtet werden als die von einfachen BewohnerInnen.

Aus dieser allgemeinen Feststellung und unserem Wissen, dass wir nicht zu den Privilegierten gehören, sind wir gezwungen uns dagegen zu organisieren.

Das Ziel unserer Handlungen ist es, Räume und Strukturen zu erschaffen, die anders funktionieren. Diese sind darauf ausgerichtet, die Interessen und Bedürfnisse Aller selbstbestimmt und kollektiv umzusetzen. Darin wollen wir einen Gegenvorschlag zu den vorherrschenden Besitz- und Machtverhältnissen schaffen. Hierbei gibt es viele verschiedene Ebenen: Einerseits geht es um den Widerstand gegen die allgemeine Stadtentwicklung und dabei um die Frage, nach welchen Interessen diese Stadt gestaltet und geplant wird. Es geht aber auch um ein Aufbrechen der Isolation der Menschen in unserer Gesellschaft: Menschen, die im kapitalistischen System als unproduktiv gelten, werden in diverse strukturelle Einrichtungen abgeschoben. Sprich: Kinder gehen in die Tagesstätte, problematische Teenager ins Wohnheim und Betagte ins Altersheim.

Unser Freiraum lebt durch das miteinander Denken, Handeln und Leben. Er lebt durch Kommunikation, bestehend aus einem Austausch von Bedürfnissen, Wünschen, Ideen und dem darauf Eingehen was jedes einzelne Individuum, welches in diesem Freiraum verkehrt, zu sagen hat. Dies führt zu Absprachen, Konsens und Einverständnis.

Es ist ein Raum, frei von Verachtung und Respektlosigkeit wie Rassismus und Sexismus. Jede Person wird als Persönlichkeit wahrgenommen und respektiert. Um solch eine Grundlage zu schaffen, werden jegliche Formen von Hierarchie gemieden. Es ist ein Raum, der Verteilung und Teilung von Verantwortung, Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Gütern. Dies erübrigt jeden Nutzen von Geld und Konsum. In einem Freiraum wird die Infrastruktur und die Anordnung von Räumlichkeiten so organisiert, dass eine Nutzung möglichst selbständig und anregend ist. Es ist ein Raum, wo Menschen in einem respektvollen Umgang mit ihrem Umfeld leben und mit ihm aktiv in Kontakt treten.

Freiräume sind für uns essentiell, um unsere Träume leben zu können. Deshalb lassen wir uns nicht verdrängen.

Sie bauen Mauern, wir reissen sie nieder. Sie brechen ab, wir brechen auf und nehmen unsere Utopien mit. Wir werden diese leben, komme was wolle.

https://www.vice.com/alps/article/wir-waren-im-besetzten-haus-in-basel-d…

https://linksunten.indymedia.org/node/208865

https://www.tageswoche.ch/de/2017_14/basel/747090/Unerw%C3%BCnschte-Quar…

https://telebasel.ch/2017/04/04/mit-socke-gegen-hausabriss/

https://telebasel.ch/2017/04/05/schutz-vor-hausbesetzern-mit-mauern/

https://telebasel.ch/2017/04/06/ultimatum-fuer-besetzer-der-tuerkheimers…

Dasselbe gibt es auch als Videocommuniqué (Abspielen mit Rechtsklick-Abspielen):

Aus einer „Türki“ werden drei!

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Heute morgen haben wir die anliegenden, schon zugemauerten Häuser an der Türkheimerstrasse 73-75 besetzt. Wir, das Kollektiva Pirata (Kollepita), unterstützen die akut räumungsbedrohte Besetzung an der Türkheimerstrasse 71.


Der Eigentümer hat für viel Geld aufwändige Schutzmassnahmen in Auftrag gegeben, um die anliegenden Häuser von einer Besetzung zu „schützen“. Wir wollen mit diesem Schritt zeigen, dass Redebedarf nicht mit Mauern zu stoppen ist. Wir fordern eine sofortige Aufnahme der Verhandlungen seitens Yatu Immobilien AG.

Mauern waren noch nie eine Lösung. Vielen Dank für Ihre Kenntnissnahme.

Besetzung der Türkheimerstrasse 75

Am 1. April 2017 wurde im Rahmen eines Brunchs mit vielen Menschen das Haus an der Türkheimerstrasse 75 besetzt. Seither findet dort fast täglich ein Mittagstisch sowie niederschwellige Kultur statt.  Am vergangenen Freitag um 17 Uhr endete ein erstes Ultimatum des Besitzers, welcher die Besetzung offenbar nicht dulden will. So liess er vor Kurzem die beiden Nachbarsgebäude kurzerhand zumauern, um eine Ausbreitung der Besetzung zu verhindern. Diese sind ebenfalls in seinem Besitz. Geplant ist eine Gesamtüberbauung im architektonischen Stile eines Mini-Biozentrums. Eine polizeiliche Räumung hat bisher noch nicht stattgefunden.

Beim Eigentümer handelt es sich um die Yatu Immobilien AG (c/o Aurenum AG, Lindenhofstrasse 40, 4052 Basel) mit dem VR Tufan Kalman.

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